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Mikroben machen aus Abwasser Wasserstoff

Mikrobielle Elektrolysezellen können aus kommunalen und industriellen Abwässern Wasserstoff machen: Der produzierte Wasserstoff lässt sich dann mittels Brennstoffzellen direkt Strom umgewandeln oder ins Erdgasnetz eingespeisen. Eine entsprechende Kohlenstofffasermatte ist laut den Entwicklern an der University of Warwick effektiver als bisherige Anoden und soll nur 2 £/m² kosten.

Das neue Verfahren mit den mikrobielle Elektrolysezellen soll den aeroben Schritt in klassischen Kläranlagen ersetzen, in dem Bakterien die organischen Schadstoffe zersetzen. Dabei muss mit hohem Energieaufwand der Schlamm belüftet werden, damit die Bakterien ihre Arbeit machen können. Allein in Großbritannien soll dieser Prozess drei Prozent des erzeugten Stroms verschlingen - pro Jahr 13 Mrd. Kilowattstunden. Zudem werde bei der anschließenden Vergärung nur ein Teil der Energie im Klärschlamm zurückgewonnen.

 

Wasserstoff-Ausbeute steigt

 

Beim Einsatz von mikrobiellen Elektrolysezellen werde dagegen nur ein Bruchteil des Stroms benötigt, der im klassischen Prozess verbraucht wird. Außerdem würde die im Abwasser enthaltene Energie fast vollständig in Form von Wasserstoff zurückgewonnen. Das Team rund um Forscher Stuart Coles hat das Verfahren in einer Pilotanlage getestet - und zwar an der Kläranlage Minworth von Severn Trent, einem international tätigen Unternehmen der Wasserversorgung und Abwasserreinigung im britischen Birmingham. Dabei wurden laut Pressemitteilung der University of Warwick 51% der organischen Schadstoffe und bis zu 100% der Schwebstoffe aus dem Wasser entfernt. Die Wasserstoff-Ausbeute war 18 Mal höher als beim Einsatz von Anoden aus Graphit.

 

Quelle: http://www.bauletter.de/archiv/2021/2021-11-23.php

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